Einsam, aber nicht allein

Ein Mann in unterwäche sitzt auf einem Sofa und stützt seinen Kopf in die Hände

Weihnachtszeit gleich Einsamkeit? Einsamkeit im Alter ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie wirkt sich auch auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unser demokratisches Miteinander aus. Das Thema findet in der jüngeren Zeit immer mehr Berücksichtigung. In England wurde 2018 ein eigenes „Ministerium für Einsamkeit“  gegründet. In Deutschland wurde 2023 die Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit verabschiedet. Die Allianz gegen Einsamkeit ist ein breites Bündnis von Akteuren aus Gesellschaft und Politik und macht ab Dezember 2025 mit der dazugehörigen Kampagne auf das Thema aufmerksam.
Einsamkeit und Alleinsein sind nicht dasselbe: Während Alleinsein durchaus wohltuend sein kann, entsteht Einsamkeit dort, wo für die eigene Lebenswelt wichtige Beziehungen fehlen.  

Wenn Sie sich einsam fühlen, sind Sie nicht allein.

Vielen Menschen geht es ähnlich. Während das Alter früher häufig mit Ruhe und Zufriedenheit verbunden wurde, erleben heute viele Seniorinnen und Senioren soziale Isolation. Etwa jeder zehnte ältere Mensch in Deutschland ist direkt von Einsamkeit betroffen. Insbesondere nach dem Verlust des Partners oder der Partnerin können Einsamkeitsgefühle auftreten. Gesundheitliche Einschränkungen, geringere Mobilität oder Pflegebedarf können ebenfalls dazu führen, dass soziale Kontakte seltener werden und Einsamkeit zum ständigen Begleiter wird.
Auch finanzielle Einschränkungen können dazu führen, dass Menschen vereinsamen, da eine Teilnehme am kulturellen Leben nicht im gewünschten Maße möglich ist. Aus Scham, nicht mit den anderen „mithalten zu können“, werden manchmal Ausreden erfunden, um nicht an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. 

Wege aus der Einsamkeit

Wer einsam ist, braucht sich dafür weder zu schämen noch Angst davor zu haben, darüber zu sprechen. Doch wie kann es gelingen Unterstützung zu finden?
Zur Förderung von Maßnahmen gegen Einsamkeit in Deutschland erhebt das das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. regelmäßig Daten und Fakten. Auf einer digitalen Deutschlandkarte stellt das KNE Angebote vor, an denen Menschen Hilfe und Unterstützung finden können. 
Auch kann jeder selbst versuchen, einen Weg aus der Einsamkeit zu finden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Einsamkeit im Alter zu verringern: Seniorentreffs, Nachbarschaftsinitiativen und Vereine ermöglichen Begegnungen und geben Struktur im Alltag. Auch digitale Angebote wie Videoanrufe oder soziale Netzwerke können helfen, den Kontakt zu Familie und Freunden aufrechtzuerhalten .  Ebenso kann ehrenamtliches Engagement hilfreich sein. Es unterstützt nicht nur andere, sondern bietet auch eine Chance, neue soziale Kontakte zu knüpfen. In manchen Fällen gibt es zudem eine kleine Aufwandsentschädigung. 

Weitere Angebote:

Mehrgenerationenhäuser

Die rund 530 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland bieten niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten für Menschen aller Altersklassen und Kulturen. Sie tragen maßgeblich dazu bei, Isolation und Einsamkeit vorzubeugen und fördern gleichzeitig die gesellschaftliche Teilhabe über alle Generationen hinweg. Ein Mehrgenerationenhaus in Ihrer Nähe finden Sie unter https://www.mehrgenerationenhaeuser.de/

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist bundesweit tätig, mit rund 8.000 umfassend ausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeitern in 104 Telefon-Seelsorgestellen vor Ort. Zusätzliche Angebote neben der telefonischen Beratung sind Mail-, Chat– und Vor-Ort-Beratungen. Eine Liste der beteiligten Stellen vor Ort ist auf der Internetseite abrufbar.

Telefon: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 0800 116123 oder per Mail und Chat über die Internetseite der Telefonseelsorge.

Telefon-Engel

Das Ziel der durch die Initiative Gesund.Leben.Bayern (G.L.B.) des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege geförderten Aktion „Telefon-Engel“ der gemeinnützigen Organisation Retla e. V. besteht darin, Menschen ab 60 Jahren durch Telefonkontakte mit freiwilligen Helfern soziale Nähe zu geben.

Unter der kostenlosen Telefonnummer 089 18910026 können Seniorinnen und Senioren über alles sprechen, was sie bewegt. Daraus kann dann eine Telefonpatenschaft entstehen, eine Verbindung, die auch über längere Zeit Bestand hat. Die Nummer ist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr erreichbar.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite der Telefon-Engel  unter https://retla.org/telefon-engel/

Deutsche Depressionshilfe

Die gemeinnützige Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet das „Info-Telefon Depression“ unter der Telefonnummer 0800 3344533 an. Sowohl Betroffene als auch Angehörige können sich hier über die Erkrankung Depression informieren.

Weitere Informationen Sie auf der Internetseite der Deutschen Depressionshilfe unter https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Angebotslandkarte des Kompetenznetzes Einsamkeit

Die Angebotslandkarte ist eine digitale Landkarte mit Angeboten gegen Einsamkeit. Sie zeigt Orte, an denen Menschen Hilfe und Unterstützung finden können, wenn sie sich einsam fühlen.

https://kompetenznetz-einsamkeit.de/angebotslandkarte

krisenchat

krisenchat.de bietet kostenfreie Beratung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren via Chat an. Das Angebot ist rund um die Uhr (24/7) über WhatsApp und SMS, ohne Anmeldung und Registrierung erreichbar und wird von ehrenamtlichen Fachkräften aus dem psychosozialen Bereich durchgeführt.
Dabei richtet sich das krisenchat-Angebot an alle, die nicht wissen an wen sie sich wenden sollen, bisher keine Hilfe gesucht haben und sich noch nie mit ihren Ängsten, Problemen und Sorgen an jemanden gewandt haben. 

Hier geht es zur Internetseite von kirsenchat.de: https://krisenchat.de/
krisenchat berät auch auf Ukrainisch und Russisch. Hier gelangen Sie zur Internetseite: https://krisenchat.de/ukraine

Silbernetz e. V.

Am Silbertelefon finden Menschen ab 60 Jahren täglich von 08-22 Uhr unter 0800 4 70 80 90 ein offenes Ohr – ohne Krise oder konkretes Problem. Anonym, vertraulich, kostenfrei!

Für einen tiefergehenden telefonischen Kontakt gibt es die Silbernetz-Freundschaft: interessierte Senior*innen werden mit Ehrenamtlichen vernetzt, die dann einmal pro Woche für ein persönliches Telefongespräch anrufen.
Mit der Silberinfo stellt Silbernetz den Anrufenden am Silbertelefon deutschlandweit Kontaktinformationen zu Angeboten der Altenhilfe zur Verfügung. Mehr unter: www.silbernetz.org

REDEZEIT FÜR DICH

REDEZEIT FÜR DICH ist eine Plattform mit über 350 ausgebildeten ehrenamtlichen Zuhörer*innen, die Menschen wertfrei und kostenlos zuhören. Die Coaches, Therapeut*innen und Psycholog*innen bieten Menschen die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle in einer vertraulichen und unterstützenden Umgebung auszusprechen. Sie unterstützen bei Belastungen wie Unsicherheiten, Selbstzweifeln, Einsamkeit, Wut, Hilflosigkeit, Frust, Unruhe und Überforderung. Zuhörer*innen stehen auf Deutsch und in verschiedenen Fremdsprachen zur Verfügung.
Mehr dazu auf:  https://www.virtualsupporttalks.de/de

Plaudernetz

Das Angebot Plaudernetz des Malteser Hilfsdienstes richtet sich an Menschen, die sich eine gesellige Unterhaltung wünschen, und bietet unter 0800 / 330 1111 kostenfreie, anonyme Gespräche mit ehrenamtlich engagierten Plauderpartner*innen. Ziel ist es, Einsamkeit und sozialer Isolation durch unkomplizierte, menschliche Gespräche zu begegnen. Das Angebot ist täglich von 10 bis 22 Uhr erreichbar.

Chatseelsorge.de

Chatseelsorge.de ist ein kostenloses und anonymes Gesprächsangebot über Chats, das durch die Evangelische Kirche in Deutschland gefördert wird. Die Chats stehen montags, mittwochs und freitags jeweils von 20-22 Uhr zur Verfügung und sind für alle Menschen unabhängig ihrer Religion, ihres Alters, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung offen.
Hier geht es zur Internetseite: https://www.chatseelsorge.de/

Internetseelsorge.de

Internetseelsorge.de ist ein bundesweites katholisches Beratungsangebot, das derzeit von neun Bistümern mittels eigens qualifizierten Seelsorger*innen getragen wird. Unabhängig von einer Konfessions- oder Religionszugehörigkeit können sich Menschen in Einsamkeit und mit ihren Problemen, Lebensfragen etc. kostenfrei, anonym und rund um die Uhr per E-Mail bei diesem Angebot melden. Wenige Tage später erhalten sie eine persönliche Antwort.
Hier geht es zur Internetseite: https://www.internetseelsorge.de/

Freunde alter Menschen e.V.

Freunde alter Menschen e.V. ist eine Freiwilligen-Organisation mit internationaler Ausrichtung. Weltweit engagieren sich Freiwillige und Mitarbeiter*innen gemeinsam gegen die Vereinsamung von alten Menschen. Der Verein konzentriert sich auf Menschen im hohen Alter, die häufig nicht mehr mobil und fit sind. Zentraler Bestandteil des Engagements sind dabei die Besuchspartnerschaften. Freunde alter Menschen vermitteln Besuchspartnerschaften in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München.
Hier geht es zur Internetseite:  http://www.famev.de

Bei Anruf Kultur

Mit „Bei Anruf Kultur“ erleben Teilnehmende über 100 Museen, Galerien, Denkmäler, Stadtführungen, Literaturhäuser und mehr kostenlos per Telefon – live, deutschlandweit, ohne Technikextras. Das Angebot ist für Menschen mit Einschränkungen ebenso zugänglich wie für alle, die anderswo leben oder sich einen Besuch nicht leisten können. Fragen und Austausch sind willkommen, eine Anmeldung über die Internetseite von „Bei Anruf Kultur“ oder telefonisch unter 040 209 404 36 ist erforderlich.
Hier geht es zur Internetseite: https://www.beianrufkultur.de/

Wege aus der Einsamkeit e. V.

Im Verein Wege aus der Einsamkeit e.V. (W.a.d.E.), der 2007 gegründet wurde, dreht sich alles um das Alter und ein positiveres Bild davon.
Die Digitalisierung und die Teilhabe der Menschen 65+ in der digitalen Welt sind seit acht Jahren die TOP-Themen in der Arbeit des Vereins. Das Ziel ist es dabei, eine digitale Spaltung zwischen Jung und Alt, Arm und Reich und Zuhause und Altenheim zu verhindern. Internet: https://www.wegeausdereinsamkeit.de/

Die gute Stunde

Seit Anfang 2021 veranstaltet Die Gute Stunde Online-Kulturveranstaltungen für Kunst- und Kulturliebhaber*innen aller Altersgruppen. Das Ziel ist, besonders älteren Menschen unabhängig vom Standort kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Wenn der Besuch einer Kultureinrichtung nicht möglich ist, können mehrmals im Monat Veranstaltungen via Zoom besucht werden. Künstler*innen gestalten Konzerte, Lesungen, Kunstführungen und Filmvorführungen. Die Gute Stunde fördert gemeinsames Kulturerleben für alle, die Spaß an Kunst und Kultur haben.
Hier geht es zur Internetseite: https://diegutestunde.org/

 

Foto: Claudius Baritz

 

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