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Ein älteres Paar strahlt Aktivität und Lebensfreude im Alter aus

Nie zu alt fürs Internet - Teil 1

Dagmar Hirche in einer lebhaften Gesprächsrunde mit älteren internetinteressierten Frauen
Bildnachweis: Dagmar Hirche

Viele der Generation 65plus schätzen das Internet bereits sehr und für sie sind beispielsweise neue Kochrezepte und interessante Reiseberichte nur einen Klick weit entfernt. Für einige aber gehört das weltweite Netz (noch) nicht zu ihrer Lebenswelt. Der Verein Wege aus der Einsamkeit (Hamburg) erleichtert mit der Initiative „Wir versilbern das Netz. Das 1×1 der Tablets und Smartphones für Menschen 65+“  selbst hochaltrigen Internetneulingen seit drei Jahren den Einstieg ins Internet. Und die angebotenen kostenfreien Kurse sind sehr nachgefragt. In kleinen Gesprächs- und Übungstreffen werden Theorie vermittelt und praktische Übungen durchgeführt. Aller Anfang ist zwar schwer, aber in fast familiärer Atmosphäre erschließt sich über die eigenen Interessen allen Teilnehmenden schnell der Nutzen des Internets.

Daneben schreibt der Verein auch bundesweit Wettbewerbe aus, die das Engagement anderer Vereine für ältere Menschen besser sichtbar machen; er ist zudem Partner von Initiativen, die ebenfalls das digitale Lernen älterer Menschen unterstützen. Dagmar Hirche, Gründerin und Vorstandsvorsitzende des Vereins „Wege aus der Einsamkeit“ führt selbst Internetkurse durch und hat uns an ihren Erfahrungen teilhaben lassen:

„Das Alter allein ist niemals ein Grund, nichts Neues zu lernen und auf den Einstieg in die digitale Welt zu verzichten. Das merken wir immer wieder in unseren Gesprächsrunden.

Unsere älteste Teilnehmerin mit 94 Jahren wollte unbedingt über WhatsApp und Skype mit der Urenkelin in Australien in Kontakt bleiben und dies bei uns lernen. Der älteste Teilnehmer mit 91 Jahren konnte zwar sein Bluetooth fähiges Hörgerät steuern, wollte nun aber mit seinem Smartphone auch telefonieren und ins Internet.

Ausrufe wie „OHHH, jetzt habe ich das Internet gelöscht!“ kommen schon häufig vor. Die Internetneulinge können auch herrlich über sich selbst lachen. Nachdem ich z. B. sehr ausführlich das WLAN erklärt habe, erzählte mir eine 86-Jährige, dass sie in einem Café von zwei ausländischen Touristen gefragt wurde, ob es WLAN gäbe. Sie habe dann geantwortet, nein, das stehe hier nicht auf der Speisekarte.

Bereits 2.000 ältere Menschen haben unsere Kurse besucht. Davon waren 90% Frauen. 85% waren zwischen 72 und 86, 10% zwischen 65 und 71 sowie weitere 5% zwischen 87 und 94 Jahre alt. Ein ganz besonderes Highlight wäre für mich, wenn auch mal eine Hundertjährige oder ein Hundertjähriger in einer unserer Runden dabei wäre.

Viele haben sich z. B. noch nie mit Smarthome, E-Health oder Google Maps & Co beschäftigt. Sie möchten sich über Themen des persönlichen Interesses informieren: Wie kann ich mit Enkelkindern und Freunden über Skype, WhatsApp oder per E-Mail kommunizieren? Wie finde ich Online-Publikationen? Gleichzeitig möchten sie lernen, wie sie praktische Alltagsdinge erledigen können: Wieviel Uhr ist es? Wie kann ich mich wecken lassen? Wo finde ich die Angebote der Deutschen Bahn und anderer Verkehrsbetriebe? Wie kann ich Musik- und Hörbücherangebote finden? Mit Hilfe von Smartphones und Tablets und über Google Maps werden dann schnell die Möglichkeiten von Online-Kartendiensten und Routenplanern entdeckt und Videos auf YouTube angesehen.

Das WLAN und den Unterschied zwischen App und Link zu verstehen sowie die Tastatur richtig zu bedienen, ist am Anfang gar nicht so einfach. Auch die Einstellung des Smartphones auf die eigenen Bedürfnisse ist eine Hausforderung, die wir aber gemeinsam meistern. Durch praktische Übungen fällt es dann immer leichter, eine Homepage aufzurufen oder Bilder über verschiedene Kanäle zu verschicken, zu telefonieren oder auf YouTube über die Lupe den richtigen Beitrag zu suchen

Ältere Menschen, die den Einstieg ins Internet wagen, brauchen erst einmal eine langsame und angepasste Schulung, in der Basiswissen vermittelt wird und die dazu beiträgt, die anfänglichen Berührungsängste zu nehmen. Darum nennen wir unseren Kurs auch „das 1x1 des Internets“. Als Einstiegshilfe zeige ich oftmals nur erste Anwendungen. Im Laufe der Kurse probieren die Internetneulinge dann schrittweise immer mehr aus. Haben sie dann so nach und nach das Wissen und die Vorstellung, was man z. B. mit einem Tablet oder Smartphonealles machen kann, wollen sie die neuen Kenntnisse gleich anwenden und Weiteres ausprobieren. So haben sie uns auch Fortgeschritten-Runden, die wir „Versilberer Cafés“ nennen, abgerungen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten so gern wieder kommen und ihr Wissen über bestimmte Themenbereiche vertiefen. Da konnten wir nicht nein sagen.“

In einem weiteren Beitrag werden wir mehr über ältere Menschen und ihren Einstieg in die digitale Welt berichten.

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Externe Links

Broschüre "Nie zu alt fürs Internet"

 

 

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