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Ein älteres Paar strahlt Aktivität und Lebensfreude im Alter aus

Hat der Generationenvertrag eine Zukunft? – Alterseinkünfte heute und morgen

Oma und Enkel auf einer Bank sitzend und ihre Portraits im Hintergrund
Karina Prokopenko: Oma-Enkel

Der Bevölkerung im Erwerbsalter werden künftig immer mehr Seniorinnen und Senioren gegenüberstehen. Gleichzeitig wird die nachberufliche Lebensphase immer länger. Männer beziehen heute knapp 19 Jahre Rente, Frauen fast 23 Jahre. Unter der Überschrift „Hat der Generationenvertrag eine Zukunft? – Alterseinkünfte heute und morgen“ fand vor kurzem die 3. Seniorenpolitische Fachtagung der Bundesseniorenvertretung Beamtenbund und Tarifunion in Berlin statt. Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft haben vor diesem Hintergrund insbesondere über die Herausforderungen einer zukunftsfähigen und auskömmlichen Alterssicherung diskutiert.

Das „Drei-Säulen-Modell“ der Alterssicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist derzeit in Deutschland wichtigster Pfeiler der Alterssicherung. Die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler bringen jeweils die Renten der Älteren von heute auf. Gleichzeitig erwerben sie einen Anspruch auf eine eigene Rente (Generationenvertrag), deren Höhe von der Beschäftigungsdauer und der Beitragshöhe bestimmt wird. Diese Form der Alterssicherung braucht generationenübergreifende Verlässlichkeit und auskömmliche Alterseinkünfte für die Älteren von heute und morgen. Im Laufe der Veranstaltung wurde deutlich, wie schwierig das Erreichen dieser Zielsetzung über einen sehr langen Zeitraum von 30 oder sogar 50 Jahren ist. Dabei sind insbesondere die Entwicklung der Altersstruktur sowie ökonomische, soziale und politische Faktoren zu berücksichtigen.

Unter welchen Rahmenbedingungen kann eine ausreichende Absicherung im Alter für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger erreicht werden? Schließlich können erforderliche Anpassungen im Leistungsrecht der gesetzlichen Rentenversicherung nicht nur bei den heutigen Rentnerinnen und Rentnern, sondern auch bei den nachfolgenden Generationen zu Versorgungslücken führen. Und je niedriger das Leistungsniveau festgelegt wird, umso größer ist in der Regel die Notwendigkeit einer anderweitigen Vorsorge, um in der Summe der Alterseinkommen auf ein angemessenes Versorgungsniveau zu kommen. Können diese Versorgungslücken durch eine ergänzende betriebliche oder staatlich geförderte private Altersvorsorge (zweite und dritte Säule der Alterssicherung) geschlossen werden und welche besonderen Risiken - wie z. B. die anhaltende Niedrigzinspolitik - sind zu beachten?

Alle waren sich einig: Ausfallzeiten durch Arbeitslosigkeit, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen sollten mit Blick auf Generationengerechtigkeit ausgeglichen werden, wirken sich aber auf die Rentenversicherung oder den Staatshaushalt aus.

Ist die viel diskutierte „Flexirente“ die Lösung? Denn die heutigen älteren Frauen und Männer sind im Durchschnitt gesünder, besser ausgebildet und aktiver als frühere Generationen. Wie sollen die zusätzlichen Lebensjahre genutzt werden? Eine flexible Altersgrenze ermöglicht es Beschäftigten, den Übergang von der Arbeit in den Ruhestand selbstbestimmter zu gestalten. Ältere Menschen können Teilrente und Hinzuverdienst individueller kombinieren und nach Erreichen der Regelaltersgrenze beschäftigt bleiben; dies kann ihre Rentenansprüche erhöhen.

Akzeptanz und Rahmenbedingungen

Solidarität der Generationen und die Zustimmung zum Generationenvertrag hängen nicht zuletzt von realistischen Altersbildern ab, die die Lebenswirklichkeit der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Älteren, aber auch ihre Lebensleistungen und ihr Engagement für die Gesellschaft zeichnen. Rentenversicherungsberichte, ergänzende Alterssicherungsberichte der Bundesregierung und die umfangreiche bundesweit repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung Deutscher Alterssurvey spiegeln die Entwicklungen in der gesetzlichen Rentenversicherung und die Lebenssituation älterer Frauen und Männer wider.

Viele wollen sich selbst im hohen Alter noch (Heidelberger Hochaltrigenstudie) mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen in die Gesellschaft einbringen. Mit ihrem generationenübergreifendem Engagement tragen sie zum Zusammenhalt der Generationen bei.

Am Ende der Fachtagung stand fest: Eine auskömmliche Alterssicherung setzt u. a. eine gute, beschäftigungssichernde Wirtschaftspolitik mit ausreichenden Löhnen voraus. Es gibt aber wohl nichts, was für den langfristigen Wohlstand wichtiger wäre, als der Jugend eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

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