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Ein älteres Paar strahlt Aktivität und Lebensfreude im Alter aus

Gemeinsame Sache machen! – Alt und Jung für eine nachhaltige Mobilität

Großmutter mit Enkelkindern auf Rollschuhen im Park
© Josef Hinterleitner

Am 5. März 2015 fand in Berlin der Workshop „Gemeinsame Sache machen – Alt und Jung für eine nachhaltige Mobilität“ des Deutschen Naturschutzrings statt. Organisationen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, Seniorenvertretungen sowie Expertinnen und Experten von Umwelt- und Verkehrsverbänden, aus Verkehrssicherheit und Demografiepolitik haben sich über Möglichkeiten ausgetauscht, wie Jung und Alt gemeinsam für eine nachhaltige Mobilität eintreten können.

Mobilität

Mobilität ist ein wichtiges Grundbedürfnis für Jung und Alt: Sie beschreibt die Möglichkeit und die Fähigkeit der Menschen, die gewünschten Ziele zu erreichen. Mobilität hat somit großen Einfluss auf die selbstständige Lebensführung eines Menschen, auf seine Teilhabe und Lebensqualität. Gleichzeitig sind Verkehrsmittel und Infrastrukturen wichtige Instrumente, die wir alle für unsere Mobilität benötigen. 

In den letzten Jahren sind tendenziell Änderungen im Mobilitätsverhalten festgestellt worden: Ältere Menschen und Kinder (als Mitfahrende) sind zunehmend im Auto unterwegs, um ihre Wege zurückzulegen. Zwischen 2000 und 2010 stieg die Führerscheinquote in der Altersgruppe 60+ von gut 63 Prozent auf knapp 80 Prozent an Die Entscheidung, wie und womit wir uns fortbewegen, hat dabei nicht nur Auswirkungen auf unsere Umwelt, sondern auch auf unsere Gesundheit. Zufußgehen, Radfahren oder der Verzicht auf unnötige Fahrten erhöhen die eigene Fitness und sind zugleich umweltschonend. 

Betrachtet man nun die Bedürfnisse junger und älterer Menschen im Hinblick auf eine PKW-unabhängige und trotzdem selbstbestimmte Mobilität, werden schnell viele Gemeinsamkeiten deutlich:
Bei Fuß- und Radverkehr beispielsweise sind Maßnahmen für Jung und Alt vorzusehen, die die Verkehrssicherheit erhöhen; vorhandene Hindernisse sind abzubauen. Maßnahmen wie längere Ampelgrünphasen, Gehwegabsenkungen, Verbreiterung der Gehwege, gute Einsehbarkeit von Fahrbahnübergängen und Kreuzungsbereichen entsprechen den Sicherheitsbedürfnissen von Kindern und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gleichermaßen, sie dienen aber auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern.

Nachhaltige Mobilität

Die demografische Entwicklung führt zu einer stetigen Zunahme älterer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Aber auch die vielfältigen mobilitätsbezogenen Erwartungen und sich verändernde Lebensstile von Jung und Alt erfordern Anpassungen in der Stadt- und Verkehrsentwicklungsplanung. Nachhaltige Mobilität und Verkehrssicherheit im Straßenverkehr sind zentrale Voraussetzungen für attraktive Städte und Gemeinden. Die Kommunen sind die Orte, wo neue Wege für eine nachhaltige Mobilitätsförderung gegangen werden und wo dabei die nachfolgenden Generationen im Blick sein müssen. 

Dass für die Bürgerinnen und Bürger gutes Leben und Umweltschutz zusammen gehören, zeigt aktuell eine Umweltbewusstseinsstudie. Wie aber lässt sich Mobilität erhalten oder sogar verbessern, ohne dass der Verkehr langfristig Mensch und Umwelt übermäßig belastet? Diese Frage steht im Mittelpunkt von nachhaltiger Mobilität. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben sich bereits in ihrer jeweiligen Agenda 21 nachhaltig aufgestellt. Im Rahmen der Verkehrspolitik kann dies z. B. durch das Prinzip der kurzen Wege, durch eine Erhöhung des Fuß- und Radverkehrsanteils oder ein optimiertes Gesamtverkehrssystem erreicht werden. Besonders in Städten belastet der Anstieg privater Fahrzeuge die Infrastruktur. Mit dem Umstieg auf umweltschonende Verkehrsmittel wie Bus, Bahn und Fahrrad, leisten Jung und Alt einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Notwendig ist aber auch die Weiterentwicklung von Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit im Verkehr.

Jung und Alt als Mitgestalter

Jung und Alt sind selbst Experten für ihre Wege. Aber Kinder und Jugendliche haben eine von Erwachsenen zum Teil unterschiedliche Wahrnehmung und auch andere Bedürfnisse. Die Einbeziehung der Bürger und Bürgerinnen unterschiedlicher Altersgruppen ist deshalb einerseits wichtige Voraussetzung für eine verkehrssichere und umweltverträgliche Mobilitätsgestaltung. Andererseits wird nur ein nutzerorientiertes Mobilitätsangebot auch angenommen. Eine solche Einbeziehung bringt Kindern und Jugendlichen erste Demografieerfahrungen und den Erwachsenen einen Perspektivwechsel auf die Bedürfnisse von Jüngeren.

Geeignete und erprobte Verfahren gibt es viele: Verkehrsforen, projektbegleitende Beiräte, Mobilitätsberater, Runde Tische, Workshops, Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Teilnehmerkreisen, Stadtspaziergänge, Spielleitplanungen, internetbasierte Beteiligungsverfahren. Zahlreiche generationenübergreifende Projekte und Aktionen zeigen, dass eine nachhaltige Mobilitätsförderung Jung und Alt zu Gute kommt und damit auch familienfreundlich ist:
Zu Fuß zur Schule oder Kita, Verkehrsdetektive, Kiezdetektive, Stadtteilerkundungen sind Beispiele dafür, wie der Zusammenhalt zwischen Alt und Jung gelebt und gefördert werden kann.

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig: Eltern, Schule und Kindergarten, Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Seniorenorganisationen können durch engagierte Forderungen an die Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung eine Menge erreichen. Ihre Stimmen haben mehr Gewicht, wenn sie „gemeinsame Sache machen“. 

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