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Ein älteres Paar strahlt Aktivität und Lebensfreude im Alter aus

Das Alter im Film

Neun Kinoplakate verschiedener Filme
Kinoplakate

Wir alle wissen: Das Alter hat viele Gesichter und ältere Menschen leben sehr unterschiedlich. Altersbilder werden über Medien vermittelt und beeinflussen, wie man sich als älterer Mensch fühlt und wie die Rollen älterer Frauen und Männer in der Gesellschaft gesehen werden. Cineasten aller Generationen können feststellen, dass sich in jüngster Zeit viele internationale Filme mit dem Alter(n) beschäftigen und sich offensichtlich differenzierte, realistische Altersbilder auf der Leinwand widerspiegeln.

Die Filmstarts 2016 und 2017 sprechen nicht nur altersspezifische sondern auch Fragen und Themen für alle Generationen an: Freundschaft und Liebe, Generationenkonflikte, Einsamkeit, Identitätsprobleme, Wohngemeinschaften, das hohe Alter, Krankheit und Tod sowie die Auseinandersetzung mit der Flüchtlings- und Zeitzeugenthematik. Dabei zeigen offensichtlich immer mehr Filmschaffende gerade die lebenserfahrenen Gesichter der Leinwandstars aus den 1960er und 1970er Jahren, die auf beeindruckende Weise für ein aktives Altern stehen.

Wohnformen
Hilfsbereitschaft, Mitverantwortung und Solidarität sind Voraussetzungen guter nachbarschaftlicher Strukturen und notwendige Säulen einer sorgenden Gemeinschaft. Aktuell zum kürzlich veröffentlichten Siebten Altenbericht „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“ bestätigen „The Lady in the Van“, „Ein Mann namens Ove“, “Frühstück bei Monsieur Henri“ und „Gemeinsam wohnt man besser“ die zentrale Bedeutung des Wohnens im Alter. Und es wird deutlich: Kommunikation und das sich Hineinversetzen in den Anderen tragen dazu bei, Verständnis füreinander zu entwickeln.

Sterben und Tod
Zum Alter gehören auch Bilder vom Menschen am Lebensende. Mit „Beeing there – Da sein“ und „Die letzte Pointe“ werden Sterbebegleitung und Sterbehilfe thematisiert. Der Dokumentarfilm „Winna - Weg der Seelen“ regt zudem an, sich mit der schwierigen Frage auseinanderzusetzen „Was passiert, nachdem wir sterben?“

Das (hohe) Alter
Geschichte lebt durch Geschichten, persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, die in Interviews eingefangen und für spätere Generationen bewahrt werden. Mit der berührenden Dokumentation „Ü100“ erfahren wir mehr über die Lebenswelt und das Lebensgefühl von acht über Hundertjährigen. In „Ein deutsches Leben“ erzählt eine der letzten Zeitzeuginnen, die 103-jährige Brunhilde Pomsel, über ihre Rolle als Sekretärin von Propagandaminister Goebbels. Frauen und Männer zwischen 70 und 90 Jahren gewähren uns in „Falten“ Einblicke in ihr Leben; sie regen an, gemeinsam mit ihnen darüber nachzudenken, warum es sich lohnt, alt zu werden.

Liebe und Alter
Was verstehen die Generationen unter Liebe, sexueller Erfüllung und Eheglück? Junge wie ältere Cineasten können in Filmen miterleben, dass das Begehren kein Alter kennt. In „Hinter den Wolken“ erlebt ein Paar nach 50-jähriger Trennung wieder starke Gefühle füreinander. Beziehungen zu anderen Menschen sind in jedem Alter wichtig. Aber was ist, wenn es mit zunehmendem Alter schwerer fällt, Kontakte zu pflegen? „Happy“ hinterfragt, aus welchen Gründen die Ehe eines älteren Deutschen mit einer wesentlich jüngeren Thailänderin geschlossen wurde und welche Rolle dabei die Angst vor dem Alleinsein im Alter spielt.

Generationenbeziehungen
Wo liegen die Grenzen der Selbstbestimmung? Ist Verständigung über Werte zwischen den Generationen möglich? Wo endet die Familiensolidarität? Konfliktreiche Generationenbeziehungen spielen nicht nur im tatsächlichen Leben, sondern auch in vielen Filmen eine Rolle. Zieht in „Willkommen im Hotel Mama“ die seit Jahren selbständige, erwachsene Tochter aus einer finanziellen Notlage heraus wieder zurück ins „Hotel Mama“, mischt sich umgekehrt in „Mit besten Absichten“ eine alternde Witwe in das Leben ihrer erwachsenen Tochter ein. Im Mittelpunkt des Films „Toni Erdmann“ steht hingegen eine problematische Vater-/Tochter-Beziehung. Trotz der ganz unterschiedlichen Lebensstile gelingt es den beiden, wieder Kontakt aufzubauen. Die neuseeländische Familiensaga „Mahana – Eine Maori-Saga“ erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Enkels, der sich von veralteten autoritären Strukturen freischwimmt und dem Großvater und Familienoberhaupt die Stirn bietet.

Aufbruch und Neubeginn
Das Alter ist auch eine Zeit der Freiheit; mach etwas draus, trau dich, geh ungewohnte Wege! In „Trockenschwimmen“ wird eine Gruppe von älteren Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmern auf ihrem mutigen Weg ins Wasser begleitet. Das Publikum erlebt ihre Ängste, aber auch ihren Stolz auf das Erreichte. Ist es eine Katastrophe oder eine Chance, wenn große Teile dessen, worin man sich eingerichtet hat, verlorengehen? In dem Film „Alles was kommt“ steht eine Lehrerin nach 25 Jahren Ehe vor dieser Frage und findet die Freiheit. In „Abgang mit Stil“ fasst ein bislang unbescholtenes Senioren-Trio den Entschluss, gemeinsam die Bank ausnehmen, die ihre Pensionsfonds verspekuliert hat.

Berufliche Hürden
Einige der Filme widmen sich der beruflichen Existenz im Alter. „Kill Billy“ zeigt, dass auch im Alter neue Perspektiven bestehen. Dass das Leben weitergeht, auch wenn ein schwedisches Möbel-Großunternehmen die Existenz eines alteingesessenen Möbelhändlers ruiniert hat. „Ich, Daniel Blake“ erzählt aus der Sicht eines 59-Jährigen von den Ungerechtigkeiten des britischen Wohlfahrtssystems. Und „Der Landarzt von Chaussy“ zeichnet ein Porträt über den Ärztealltag auf dem Lande, der auch die Schattenseiten des Berufs und die Mängel des Gesundheitssystems nicht ausspart. Vor allem aber wird deutlich, dass eine strebsame Nachwuchsmedizinerin aus der Großstadt und ein älterer Landarzt viel voneinander lernen können.

Flüchtlingskrise
Wichtige gesellschaftliche Themen, wie Integration und Flüchtlingsproblematik, stehen ebenfalls im Fokus des filmischen Interesses: „CAFÉ WALDLUFT“, „Willkommen bei den Hartmanns“ und „Ostfriesisch“ erzählen von der Situation der Flüchtlinge, aber auch, wie Integration gelingen kann und Berührungsängste abgebaut werden. Sie beleuchten das schwierige Thema Flüchtlingskrise auf humorvolle, verständnisfördernde und nachdenkliche Weise.

Wir laden Sie ein, einen Blick in unsere alphabetisch sortierte Filmliste mit vielen Aspekten rund um das Alter(n) zu werfen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll vielmehr anregen, über realistische und vielfältige Altersbilder nachzudenken.

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