Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ein älteres Paar strahlt Aktivität und Lebensfreude im Alter aus

BE YOURSELF - NOT YOUR SELFIE

Eine jüngere Frau zeigt einer älteren Frau wie man mit Hilfe eines Selfiesticks Selbstportraits mit dem Smartphne erstellt
Foto: Claudius Baritz / BAFzA

In der heutigen Zeit sind Computer und Smartphones in fast allen Haushalten in Deutschland zu finden. Für viele ältere Menschen gehören der Austausch von Kurznachrichten über WhatsApp und Online-Banking inzwischen zum Alltag. Doch gehen Pflegheime mit Smartphone und Co um? Spielt das bei der Wahl eines Pflegeheims eine Rolle? Diesen Fragen gehen die Kölner Fotografin und Filmemacherin Anna Hepp und die ebenfalls in Köln lebende Fotografin Eva Maria Schaller nach.

Mit ihrem Projekt "BE YOURSELF – NOT YOUR SELFIE" möchten sie zum sozialen Zusammenhalt zwischen den Generationen beitragen und Isolation und Einsamkeit im Alter entgegenwirken. Dabei ist ihnen besonders wichtig, mit Häusern im ländlichen Raum zusammen zu arbeiten, da in den größeren Städten mehr Möglichkeiten bestehen, älteren Menschen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.

In verschiedenen Pflegeheimen bieten sie Workshops an, in denen sie bei Bewohnerinnen und Bewohnern mit einfachen digitalen Mitteln und spielerischen Aufgaben die Neugier am Umgang mit Tablets und Smartphones wecken - und den Spaß an der Technik und den sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Youtube vermitteln wollen. Es ist aber nicht nur das einfache Vermitteln der Technik. Die beiden möchten die Älteren auch künstlerisch erreichen und deren Kreativität nutzen. Um Erinnerungen vor dem Vergessen zu bewahren, erstellen sie gemeinsam Fotos, schreiben kleine Texte und drehen kurze Filme, zum Beispiel über Erzählungen von Erlebnissen aus der Vergangenheit. Die Ergebnisse werden auf eigens für die Workshops angelegten sozialen Medien in Echtzeit präsentiert und bieten eine gute Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und die "neue Technik" auszupobieren.

Ein älterer Mann schaur sich sein Selfie auf einem Tablet an
Foto: Claudius Baritz / BAFzA
Eine jüngere Frau erklärt einer älteren Frau den umgang mit einem Tablet
Foto: Claudius Baritz / BAFzA

Die Idee zu diesem Projekt kam den beiden beim Nachdenken über das eigene Alter. "Wenn wir an unser eigenes Alter denken, möchten wir nicht gerne in einem Heim sitzen, in dem wir keinen Zugang mehr nach Außen haben, nur weil wir nicht mehr mobil sind."

Die sozialen Medien sind heutzutage das Kommunikationsmittel Nummer 1 und auch die Nachfrage in den Seniorenwohn- und -pflegeheimen steigt. "Es ist wichtig, den Kontakt zu den Älteren nicht zu verlieren. Früher lebten mehrere Generationen unter einem Dach. Berührungspunkte und auch Reibereien waren an der Tagesordnung. Dieses soziale Gefüge geht immer mehr verloren. Isolation und Einsamkeit im Alter sind ein schwerwiegendes Problem. Und dem wollen wir entgegenwirken."

Die Teilnehmenden hatten sehr viel Spaß während der Workshops. Manche hatten schon ein bisschen Erfahrung mit Handy und Co, andere hatten bis zum nächsten Termin vergessen, in welcher Reihenfolge welche Knöpfchen oder Tasten gedrückt werden müssen, um eine bestimmte Aktion auszuführen. Wiederum andere bräuchten eigentlich eine Einzelbetreuung, da sie nicht mehr so gut hören und sich auch nicht so gut mit den elektronischen Geräten auskennen. Mit ihrem Team haben Hepp und Schaller diese Herausforderung aber sehr gut gemeistert.

Eine jüngere Frau erklärt zwei älteren Frauen den Umgang mit einem Tablet. Dabei schauen sie gemeinsam auf den Bildschirm.
Foto: Claudius Baritz / BAFzA

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

"Der Ist-Zustand in den Seniorenheimen ist im Hinblick auf Digitalisierung nach wie vor nicht gut. Einige haben erst jetzt WLAN bekommen. Ein schnelles Internet bedeutet für viele Ältere in unserer Gesellschaft mehr Lebensqualität. Die Nutzung der modernen Medien könnte viele ältere Menschen aus ihrer Einsamkeit holen. Es wäre toll, wenn irgendwann Alexa und Co Einzug in die Seniorenheime hielte und es selbstverständlich wäre, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mit Tablets ausgestattet sind und so kommunizieren, am Weltgeschehen teilhaben, sich informieren und fortbilden, sowie einfach Kontakt zu ihren Freunden und Verwandten halten könnten."


Anna Hepp wurde vom Mediengründungszentrum NRW für ihr Start-Up Unternehmen „Portrait me“ mit dem Gründerstipendium ausgezeichnet. Sie legt in ihrer Arbeit besonderen Wert auf das Thema „Alter(n)“. Gemeinsam mit Eva Maria Schaller starteten die beiden das Projekt "BE YOURSELF – NOT YOUR SELFIE", das durch den Förderfonds "Kultur und Alter" des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in 2019 gefördert wird. Damit unterstützt das Land die kulturelle Teilhabe im Alter und fördert innovative Projektansätze für ältere Bürgerinnen und Bürger.

Weitere Informationen:

https://www.annahepp.com/
http://www.efeumaria.com/vita

Soziale Netzwerke

Werden Sie Fan und folgen Sie dem Programm Altersbilder!
Netiquette

Facebbok-Icon
Twitter-Icon