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Gesundheit älterer Migrantinnen und Migranten im Blickpunkt

Ältere Dame und junge Frau mit Migrationshintergrund gehen einem gemeinsamen Hobby nach
Bildnachweis: Claus Martens

Obwohl immer mehr Migrantinnen und Migranten ihren Ruhestand in Deutschland verbringen, haben sie teilweise die Angebote im Gesundheitswesen offenbar noch wenig für sich erschlossen. Welche Hindernisse stehen ihnen im Weg? Wie können Barrieren abgebaut und ihnen der Zugang erleichtert werden?

Diesen Fragen ist das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) im Rahmen eines Workshops mit dem Titel „Alter, Migration und Gesundheit“ nachgegangen. Gekommen waren Expertinnen und Experten vom LZG.NRW, der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachen e. V. sowie des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt Essen und viele Fachkräfte aus den Bereichen Gesundheit und Pflege. Gemeinsam wurden die spezifische Bedarfslagen älterer Migrantinnen und Migranten und Wege zur Optimierung der Inanspruchnahme gesundheitlicher Maßnahmen besprochen.

Im Spiegel der Daten

Ein gesundes Altern lässt sich mit gesundheitsfördernden Lebensweisen und gesundheitsförderlichen Angeboten unterstützen. Gerade für ältere Menschen ist hier eine wohnortnahe gesundheitliche Versorgung wichtig. Das gilt für Migrantinnen und Migranten ebenso wie für alle anderen.

Für eine vorausschauende und zielorientierte Gesundheitsförderung sind aber ausreichende und aktuelle Daten zur Lebenssituation und dem Gesundheitsverhalten der Migrantinnen und Migranten notwendig. Statistiken und die für die Bundesregierung erstellten Alten-, Sozial- und Migrationsberichte (z. B. Mikrozensus, Berichte über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Deutscher Alterssurvey, Datenreport und Altenberichte) geben hier wichtige Einblicke. Gleichzeitig spiegeln sie uns wider: Die Bevölkerungsgruppe der Migrantinnen und Migranten zeichnet sich durch geografische, ethnische und kulturelle Vielfalt aus und wird, je nach Berichtszweck, teilweise unterschiedlich definiert.

Erreichen und einbinden

Gesundheit hängt nicht zuletzt mit der Bildung, der ökonomischen Lage, den Wohnverhältnissen und den Arbeitsbedingungen der Einzelnen zusammen. Mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Kenntnisse des Gesundheitssystems können dazu beitragen, dass ältere Frauen und Männer mit Migrationshintergrund nicht die Versorgung in Anspruch nehmen, die sie brauchen.

Ein gleichberechtigter Zugang zur gesundheitlichen Versorgung sollte für Migrantinnen und Migranten eine Selbstverständlichkeit sein. Hierbei sind Kommunen die Orte, wo neue Wege gegangen werden. Einerseits sind Ressourcen und Potenziale dieser Zielgruppe zu stärken: Mitgestaltung, Eigeninitiative und Selbstverantwortung im Bereich der Gesundheitsförderung sowie Präventionsanstrengungen sind zu fördern. Andererseits ist es ebenso wichtig, passgenaue und bedürfnisgerechte Angebote weiter zu entwickeln. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Förderung der Zusammenarbeit relevanter Akteure in der Kommune.

Die Expertinnen und Experten stellten Gelingensfaktoren von Projekten und Maßnahmen vor, die sich in der Praxis bewährt haben:
Persönliche Kontakte und eine direkte Ansprache können viel bewirken. Hier rücken deshalb niedrigschwellige Strategien, die an der Alltagswelt und den konkreten Lebensbedingungen ansetzen (sog. Setting-Ansatz), aber auch die Menschen mit Migrationshintergrund sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einbinden, immer mehr in den Fokus. Auch die sprachliche Verständigung ist von zentraler Bedeutung und verständliches, kultursensibles und mehrsprachiges Informationsmaterial ist wichtig.

Eine kultursensible Gesundheitsversorgung und Pflege erfordern interkulturelle Öffnung. Die Förderung der interkulturellen Kompetenzen der Fachkräfte im Gesundheitsbereich und die Gewinnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationsbiographie sind hier von besonderer Bedeutung.

Am Ende der Veranstaltung stand für alle fest: Es gibt bereits viele gute Beispiele und Ideen zur kultursensiblen Gesundheitsförderung.

Dokumentation

Die Dokumentation mit den Vorträgen der Referentinnen und Referenten ist auf den Seiten des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen einsehbar:
https://www.lzg.nrw.de/service/veranstaltungen/archiv/2015/150430_ws_alter_migration_gesundheit/index.html

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig

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