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Das Alter in der Karikatur

Plakat unter Verwendung der Karikatur “Lastenverteilung” zeigt 7 ältere Menschen, die im Verhältnis zu einem jungen Menschen stehen.
© “Plakat unter Verwendung der Karikatur “Lastenverteilung” von Gerhard Haderer, “

Der Sechste Altenbericht „Altersbilder in der Gesellschaft“ macht deutlich, dass die dominierenden Altersbilder in zentralen Bereichen der Gesellschaft der Vielfalt der Lebensstile und Lebensumstände im Alter häufig noch nicht gerecht werden.

Er zeigt auf, dass gerade auch die Medien großen Anteil an dem haben, was wir über das Alter und über ältere Menschen wissen und denken. Bildliche Darstellungen in der Presse, wie zum Beispiel die Karikatur „Jung und Alt“ von Marie Marcks, stellen Altersbilder und die mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen besonders eindrucksvoll dar (siehe dazu die Abbildung 8.1 im Sechsten Altenbericht, Seite 145). Denn immer weniger junge werden mit zunehmend mehr älteren Menschen künftig länger zusammen leben. Diese veränderte Perspektive der Generationenbeziehungen spiegelt sich auch in Karikaturen wider. Ob mit feiner Ironie oder derbem Humor, Karikaturen zu den Themen „Generationengerechtigkeit“, „Rentenreform“ oder „Alter“ regen nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Nachdenken an.


Spiegeln sich aber auch realistische und differenzierte Altersbilder in den Karikaturen wider?
Dieser Frage ging man im Projekt „Altersstereotype im kulturellen Gedächtnis“ unter der Leitung von Dr. Franziska Polanski am Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg nach. Über 2.500 Karikaturen in Zeitschriften und Zeitungen aus dem Zeitraum 1960 – 1964 und der Gegenwart wurden untersucht.

Die Studie zeigt Folgendes auf:

  • Ältere Menschen sind – gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil – in den untersuchten Karikaturen zahlenmäßig stark unterrepräsentiert.
  • Es zeigten sich geschlechterspezifische Unterschiede in der quantitativen und qualitativen Darstellung.
  • Negativstereotype früherer Generationen wie körperlicher und geistiger Abbau kennzeichnen in zeitgenössischen Karikaturen das hohe und das „Junge Alter“ gleichermaßen.
  • Kollektive Altersbilder haben sich seit den 60er Jahren auf breiter Basis überraschenderweise nicht wesentlich verändert.


Mit diesem Ergebnis sollte das Projekt aber nicht enden. Vom 9. Mai bis zum 28. Juni 2014 ist in Heidelberg die Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“ zu sehen, die Projektleiterin Dr. Franziska Polanski initiiert hat. Veranstalter ist die Stadtbücherei Heidelberg in Kooperation mit dem Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit kollektiven Bildern sowie unbewussten eigenen Altersbildern auseinanderzusetzen – und  natürlich zum Lachen über ein Phänomen, das alle angeht: das Alter(n).

Gezeigt werden Karikaturen von renommierten Karikaturistinnen wie Franziska Becker oder Marie Marcks und Karikaturisten, darunter Gerhard Haderer, Greser und Lenz oder Gerhard Glück aus dem deutschsprachigen Raum. Die Ausstellung „Mit Hundert hat man noch Träume“ von Karsten Thormaehlen ergänzt das Thema „Alter“ mit einer Reihe beeindruckender Portrait-Fotos von hundertjährigen Menschen. Ausstellungseröffnung ist am 9. Mai um 18 Uhr in der Stadtbibliothek Heidelberg mit einer Einführung der Kuratorin Dr. Franziska Polanski.

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig

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